Energieinnovation Salzhof
publiziert amDienstag, 04. August 2009
Bei der Renovierung des Salzhofes 2002/2003 war für den überdachten Innenhof ursprünglich daran gedacht, im Sommer die Hitze wegzulüften und bei Kälte entsprechend zu heizen.
Als sinnvolle Alternative dazu konnte ich zusammen mit dem Haustechnikplaner des TB Freunschlag, Christian Schinagl, eine Energielösung auf teilsolarer Basis mit möglichst sparsamer Verwendung fossiler Energieträger entwickeln.
Eine 60 m² Vakuum-Solaranlage auf dem Hofdach sowie ein Gas-Brennwertkessel versorgen eine Fußbodenheizung, die mit einem Latentspeicherboden an Stelle von Wasser-Pufferspeichern kombiniert ist. Die thermische Solarenergie wird direkt in den Fußbodenaufbau gespeichert und gleichzeitig der Latentspeicher geladen. Dieser gibt bei seiner Entladung die gespeicherte Wärme über einen längeren Zeitraum an die eigentliche Speichermasse (60 m³ Fußbodenestrich ) ab: 5 Stunden Sonne am Dach sorgen für 15 Stunden Wärme im Fußboden.
Zugleich wird das Dachgeschoß (Musikschule) klimatisiert: Im Sommer kühlt die Fußbodenheizung über Wärmetauscher die Speichermasse des Fußbodens.
Der Mehraufwand wurde überwiegend mit Hilfe einer Investitionsförderung des Landes OÖ finanziert. Diese Energieinvestition wurde zum Vorzeigeprojekt für andere Kommunen.
Resumee nach 6 Jahren Betrieb – nicht alles läuft nach Plan:
- Regelungsprobleme und mangelnde Abstimmung von Heizung und Lüftung werden beklagt.
- Während der Sommerzeit kommt es wegen fehlender Wärmeabnahme wiederholt zum Totalausfall der Solaranlage. Ideal wäre eine Warmwassernutzung im Haus oder die Wärmeabgabe an ein Nachbarobjekt. Daran wird bereits gearbeitet.
- Die Größenordnung des Gebäudes und die Mehrfachnutzungen bei voller Auslastung erfordern und rechtfertigen einen organisatorischen und technischen Hauswart. Eine kontinuierliche fachliche Betreuung würde die Zufriedenheit der Nutzer erhöhen und den äußerst positiven Ruf des Salzhofes noch stärken.

Solaranlage am Salzhof