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Projekte zum Thema Energie

publiziert amSonntag, 07. Februar 2010
Autor: Oskar Stöglehner

Der Aufgabenbereich Energie, um den ich mich 2003 aus persönlichem Interesse und Engagement angenommen habe (bis dorthin „durfte“ ich Energieprojekte für die Stadt als Hobby betreiben), wird allmählich zum fixen und anerkannten Bestandteil der Arbeit im Ausschuss 2. Im Folgenden die wichtigsten Aufgaben aus dem Energie­bereich.

Der Abschluss des Energiespargemeinde-Programms des Landes OÖ./Umwelt (EGEM). Die Datenermittlung für den IST-Verbrauch an Energie wurde im Sommer 2009 abgeschlossen, der Endbericht findet sich auf der Homepage der Stadtgemeinde. In den nächsten Wochen ist mit dem Ergebnis der Analysen für Energieeffizienz und -einsparung sowie der Potenzialanalyse für den Umstieg auf Erneuerbare Energieträger zu rechnen.
Direkt abgeleitet aus dem EGEM-Programm wurde das Jahrzehnteprojekt „Energiezukunft Freistadt 2030“. Es ist die logische Folgerung der Analysearbeit im EGEM.
Weitere Projekte, die 2009 gestartet wurden und sich mit Energiethemen in und um Freistadt befassen:

Das Forschungsprojekt FB Vision 2020 – „Energieversorgung Braucommune Freistadt“. Das Projekt wurde 2009 abgeschlossen, der Endbericht liegt zur Genehmigung vor. Ziel war die Überprüfung der Machbarkeit einer Umstellung des Brauereibetriebes auf Erneuerbare Energieträger und die Nutzung von Abwärme als Raumwärme für die Altstadt und angrenzende Objekte. So viel kann vorweg gesagt werden: Der Wärmebedarf der Altstadt ist derart hoch, dass er aus reiner Abwärme nicht gedeckt werden könnte. Die Brauerei hat sich für eine kleine, hausinterne Lösung entschieden mit energieoptimierter Abstimmung der Prozesse. Die Versorgung der Stadt muss als eigenes Projekt erfolgen. Das ist Aufgabe von „Energiezukunft Freistadt 2030“.

Das Forschungsprojekt INKOBA – Durchführbarkeit nachhaltiger Energiesysteme in INKOBA-Parks. Ausgangspunkt für eine Einreichung war die Tatsache, dass am Standort Rainbach/Apfoltern und bei bisherigen Standortentwicklungen das Energiethema vernachlässigt wurde. INKOBA-Energie entwickelt für Standorte in OÖ. Energiesysteme, die auf regionalen erneuerbaren Ressourcen basieren. Die Prozesse der Firmen in den Parks sollen optimal miteinander verschaltet werden, die Nachfrage nach Energiedienst-leistungen im Umland der Parks untersucht werden.

Konkret: In Freistadt kann es uns nicht egal sein, dass die Gasstation Apfoltern über ihre Verdichterstation die dreifache Menge an Abwärme in die Luft bläst, die die Fernwärme Freistadt pro Jahr an ihre Kunden absetzt.

Energieinnovation Salzhof

publiziert amDienstag, 04. August 2009
Autor: Oskar Stöglehner

Bei der Renovierung des Salzhofes 2002/2003 war für den überdachten Innenhof ursprünglich daran gedacht, im Sommer die Hitze wegzulüften und bei Kälte entsprechend zu heizen.

Als sinnvolle Alternative dazu konnte ich zusammen mit dem Haustechnikplaner des TB Freunschlag, Christian Schinagl, eine Energielösung auf teilsolarer Basis mit möglichst sparsamer Verwendung fossiler Energieträger entwickeln.

Eine 60 m² Vakuum-Solaranlage auf dem Hofdach sowie ein Gas-Brennwertkessel versorgen eine Fußbodenheizung, die mit einem Latentspeicherboden an Stelle von Wasser-Pufferspeichern kombiniert ist. Die thermische Solarenergie wird direkt in den Fußbodenaufbau gespeichert und gleichzeitig der Latentspeicher geladen. Dieser gibt bei seiner Entladung die gespeicherte Wärme über einen längeren Zeitraum an die eigentliche Speichermasse (60 m³ Fußbodenestrich ) ab: 5 Stunden Sonne am Dach sorgen für 15 Stunden Wärme im Fußboden.

Zugleich wird das Dachgeschoß (Musikschule) klimatisiert: Im Sommer kühlt die Fußbodenheizung über Wärmetauscher die Speichermasse des Fußbodens.

Der Mehraufwand wurde überwiegend mit Hilfe einer Investitionsförderung des Landes OÖ finanziert. Diese Energieinvestition wurde zum Vorzeigeprojekt für andere Kommunen.

Resumee nach 6 Jahren Betrieb – nicht alles läuft nach Plan:

  • Regelungsprobleme und mangelnde Abstimmung von Heizung und Lüftung werden beklagt.
  • Während der Sommerzeit kommt es wegen fehlender Wärmeabnahme wiederholt zum Totalausfall der Solaranlage. Ideal wäre eine Warmwassernutzung im Haus oder die Wärmeabgabe an ein Nachbarobjekt. Daran wird bereits gearbeitet.
  • Die Größenordnung des Gebäudes und die Mehrfachnutzungen bei voller Auslastung erfordern und rechtfertigen einen organisatorischen und technischen Hauswart. Eine kontinuierliche fachliche Betreuung würde die Zufriedenheit der Nutzer erhöhen und den äußerst positiven Ruf des Salzhofes noch stärken.
Solaranlage am Salzhof

Solaranlage am Salzhof

Contracting-Pionier Freistadt

publiziert amDienstag, 30. Juni 2009
Autor: Oskar Stöglehner
oskar_salzhof

Oskar Stöglehner und das Energie-Contracting-Modell

Bereits 1999 startete Freistadt unter meiner Projektleitung ein Energie-Einsparcontracting für 7 Gemeindeobjekte: Kindergarten, Doppelhauptschule, Hallenbad, Tennishalle, Feuerwehrhaus, Wasserwerk, Straßenbeleuchtung.

Mit einem Investitionsvolumen von 400.000 € werden jährlich zwischen 66.000 und 85.000 € eingespart. Das entspricht einer Einsparung zwischen 25 % und 30 % der (damaligen) Energiekosten.

Nach einer Laufzeit von 7 Jahren wurde das Projekt 2006 abgeschlossen und war jahrelang Vorbild für zahlreiche ähnliche Projekte. Die seither jährlich eingesparten Energiekosten verbessern die Finanzkraft der Gemeinde.

Das Energie-Contracting-Modell erhielt den Contracting-Preis “Energieprofi 2000″ der ÖGUT und des Umweltministeriums.

Für mich persönlich war es nach der Mitarbeit am regionalen Energiekonzept für die Region Freistadt (1995 – 1997) und dem Mitwirken am Entstehen des Biomasse-Fernheizwerkes Freistadt ein weiterer Meilenstein einer erfolgreichen nachhaltigen Energiearbeit für Freistadt.