Archiv für die Kategorie ‘Verkehr’
Zentrumszone Freistadt
publiziert amDonnerstag, 03. Juni 2010Seit November 2009 ist die Innenstadt als Zentrumszone deklariert. Dieser Pilotversuch funktioniert mangels klarer Kommunikation noch nicht wie gewünscht.
Pilotversuch in vier oberösterreichischen Gemeinden
Der Pilotversuch Zentrumszone wird in den vier Gemeinden Unterach, Ottensheim, Freistadt und Linz durchgeführt. Ziel ist eine Änderung der Straßenverkehrsordnung. Der Pilotversuch dauert ein Jahr, in Freistadt bis November 2010.
Sinn und Vorteil der Zentrumszone
Die gemeinsame Nutzung der Verkehrsflächen durch Fußgänger- und Fahrzeugverkehr bringt eine deutliche Erweiterung des Verkehrsraums für Fußgänger und ist Instrument zur Verbesserung der Barrierefreiheit. Dabei wird die niveaugleiche Ausführung der Verkehrsfläche empfohlen, aber nicht vorgeschrieben.
Parken ist nur auf markierten Parkflächen erlaubt, die maximale Fahrgeschwindigkeit beträgt 20km/h. Zufahrtsmöglichkeiten und Erreichbarkeit mit Fahrzeugen sind in einer Zentrumszone gewährleistet.
Eine Zentrumszone bietet der Stadt mehr Möglichkeiten zur attraktiven Gestaltung des Straßenraums, im Gegensatz zu Wohnstraßen befinden sich keine spielenden Kinder auf der Fahrbahn.
Für Geschäftsleute bringt eine Zentrumszone weniger harte Einschnitte als eine Fußgängerzone, die Zentrumszone kombiniert die Vorteile und vermeidet Nachteile von Fußgängerzone, Wohnstraße und 30 km/h-Zone.
Wir freuen uns, dass auf Umwegen über die Wirtschaftskammer ein Vorschlag aufgegriffen wurde, den wir schon 2007 im Gemeinderat als Schlichtungsversuch einbrachten, als wieder einmal ein Antrag für den Probebetrieb einer Fußgängerzone Eisengasse zu einem heftigen Streit geführt hatte.
Für Freistadt ist die Zentrumszone vielleicht eine Möglichkeit, den ewigen Streit um Verkehrsberuhigung, Fußgängerzone, autofreie Innenstadt in einer Form beizulegen, die breite Akzeptanz finden kann.
Oskar Stöglehner ist Gründungsmitglied von GUT und seit 1997 Stadtrat für Raumplanung. Er hat die Zentrumszone 2007 ins Gespräch gebracht.Fahr Rad in Freistadt
publiziert amMittwoch, 02. Juni 2010Samstag 12. Juni 2010, 9:00 – 12 Uhr, Hauptplatz
Treffen wir uns – wenn möglich gut sichtbar mit einer Warnjacke – mit dem Fahrrad am Hauptplatz! Wir bieten einen Fahrrad-Check, Probefahren von Elektrofahrrädern, gemeinsame Kurztouren durchFreistadt und Erfrischungsgetränke!
GUT hat sich immer für den nichtmotorisierten Verkehr stark gemacht. Wir laden Sie ein, am 12. Juni mit Ihrem Fahrrad in die Altstadt zu kommen. Zeigen wir Stärke und treten wir als Fahrradlobby auf.
Überprüfen Sie einmal, was Ihnen beim Radfahren fehlt oder was verbessert werden kann, gerne nehmen wir Ihre Ideen und Vorschläge auf. Nützen Sie die Gelegenheit Ihr Fahrrad von einem Spezialisten kostenlos überprüfen zu lassen, oder testen Sie ein Elektrorad. Wir bieten geführte Rundfahrten durch das Stadtgebiet an. Erkunden wir die Stadt einmal aus einer anderen Perspektive!
Zuerst das Positive
In Freistadt gibt es doppelt so viele Radler/innen – bezogen auf die Wohnbevölkerung – als im OÖ-Schnitt. Viele Schüler/innen und Jugendliche fahren Rad. Mit dem Rad ist man innerstädtisch meist schneller unterwegs als auf vier Rädern. Maßnahmen wie der Mehrzweckstreifen in der Zemannstraße, das Öffnen der Einbahnen in der Altstadt, Radfahrstreifen in der Eisengasse und Schmiedgasse und die 30-km/h-Zonen abseits der Hauptstraßen begünstigen das Radfahren und helfen Autoverkehr zu vermeiden.
Nicht zuletzt ein – beinahe – durchgehendes Netz von weniger stark befahrenen Seitenstraßen und Wegen animiert zur Nutzung des Rades für Zweckfahrten und Naherholung. Und allmählich finden sich in der Stadt brauchbare Radabstellplätze, wenn auch spärlich und manchmal auf schmalen Gehsteigen absolut deplatziert.
Die Gemeinde hat im Vorjahr über die Förderaktion des Landes ein erstes Elektrofahrrad als Dienstfahrrad angekauft. Man sieht es leider kaum im Verkehrsgeschehen der Stadt.
Das weniger Erfreuliche
Viele Radfahrer/innen fühlen sich auf Mehrzweckstreifen wie in der stark befahrenen Linzer Straße nicht sicher. Wir hoffen auf Verbesserung durch den Rückbau der Durchzugsstraße. Als bedrohlich wird die Nichteinhaltung des Tempolimits in den meist widerrechtlich verparkten 30 km/h-Zonen empfunden.
Die Erneuerung teils ungeeigneter Radständer geht schleppend voran oder lässt überhaupt auf sich warten. Die Stadt gibt dabei kein gutes Beispiel: Eine 2008 (!) als Ergebnis des Projektes „Fahr Rad in Freistadt“ (Stadtgemeinde, Land OÖ., Klimabündnis, Initiative FahrRad OÖ) empfohlene und auch beschlossene Anschaffung von Radständern für die Innenstadt lässt bis heute auf sich warten und verärgert auch Geschäftsleute, die sich der Aktion anschließen wollten. Wird die Anschaffung von ein paar Radständern nun an der Finanzkrise scheitern?
Gegenwarts- und Zukunftsperspektiven
Die Abarbeitung der Maßnahmenvorschläge aus dem genannten Projekt soll mehr Sicherheit im Radverkehr bringen. Das Eingehen auf Bedürfnisse der Jugendmobilität motiviert zur Mitarbeit. Zwischen Surfen, Scootern und E-Bikes (mit Solarstromtankstellen) gibt es jede Menge kreative Ideen zur Bewältigung der speziellen Mobilitätsansprüche. Ignorieren wir als Kommune diese Ansprüche, treiben wir die Jugend in den teuren motorisierten Individualverkehr.
