Archiv für die Kategorie ‘Raumplanung’

Elektromobilität in Städten und Regionen

publiziert amMittwoch, 02. Juni 2010
Autor: Herbert Schaumberger

Im März 2010 besuchte ich eine Tagung in Wels zum Thema Elektromobilität. Zukunftsorientierte Fallbeispiele beeindrucken.

Gleich zu Beginn war ich sehr erstaunt, wie groß das Interesse an dem Thema ist und wie viele Menschen sich damit auseinandersetzen. Elektromobilität ist jetzt in aller Munde und dabei doch ein alter Hut, denn bereits 1899 gab es das erste Elektroauto.

Dass E-Mobilität eine große Zukunft hat, ergibt sich schon aus der Tatsache, dass Energieknappheit und Klimawandel die Kosten für herkömmliche Treibstoffe in die Höhe treiben werden. Ein flächendeckendes Netz von Solartankstellen und der Ausbau der Erzeugung von Ökostrom sollen zeitgleich erfolgen, denn wir wollen ja nicht mit Atomkraft fahren. Das Land OÖ. ist bestrebt, die Elektromobilität rasch auszubauen. Durch Investitionen und Forschung können hier viele neue Arbeitsplätze entstehen, die in der Automobilindustrie verloren gingen.

Fahrräder und Mopeds mit Elektroantrieb haben schon den Markt erobert und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Viele Fahrschulen und Tourismusbetriebe setzen schon auf Elektroroller und machen gute Erfahrungen, weil die Fahrzeuge einfach zu warten sind. Ein großer Schub wird es sicher sein, wenn Anfang 2011 das erste Auto mit reinem Elektroantrieb in Österreich auf den Markt kommt.

Etwa 80% aller Fahrten sind unter 50 km pro Tag, besagt eine deutsche Studie und belegt, dass die Kapazität der neuesten Lithium-Ionen Akkus für den Grossteil der Strecken ausreicht. Positive Beispiele in Modellregionen zeigen, dass schon vieles möglich ist.

Vorarlberg

In Vorarlberg wurde im Rheintal das Projekt VLOTTE im Dezember 2008 gestartet und kann nach einer kurzen Zeit eine gute Bilanz vorlegen.

  • 75 Elektroautos auf der Straße
  • 32 öffentliche Stromtankstellen
  • 549 m2 Fotovoltaikanlage
  • Service- und Werkstätteninfrastruktur aufgebaut

Salzburg – Unterwegs sein ohne Besitz eines Fahrzeuges

Auf Basis von Mobilitätsverträgen ist man für eine fixe monatliche Rate elektrisch mobil, z.B. mit dem Elektroroller, ohne ein eigenes Fahrzeug zu kaufen. Der Strom an den öffentlichen Ladestationen ist dabei bereits inkludiert.

London

London hat die Vision die grünste Stadt der Welt zu werden und möchte bis 2015 100.000 E-Fahrzeuge im Einsatz haben. Es gibt auch schon Pläne, die Fahrzeuge bei der Olympiade einzusetzen, oder die Auflage, dass staatliche Logistikaufträge nur mit diesen Fahrzeugen erledigt werden dürfen.

Einstieg in den Umstieg wagen

In vielen Österreichischen Gemeinden kommen bereits E-Fahrzeuge für Grünanlagenpflege, Straßenreinigung und andere Bereiche zum Einsatz.

Stadtentwicklung muss sich auf E-Mobilität einstellen. Ladestationen, Stromanschlüsse im öffentlichen Raum und Stellplätze müssen eingeplant und errichtet werden. Auch politische Entscheidungen, die Elektroautos in den Städten fördern, sind notwendig. Eine Vorreiterrolle in Österreich übernimmt hier die Stadt Innsbruck, die beschlossen hat, dass Elektroautos gratis in der Stadt parken können.

Bei Wohnanlagen soll die Infrastruktur für Stromanschlüsse gleich mitgeplant werden, um unkompliziertes Laden zu ermöglichen. Auch während der Arbeitszeit sollen Fahrzeuge aufgeladen werden können.

In einem Elektrotankstellenverzeichnis ist die Gemeinde Freistadt als Betreiberin einer Solartankstelle angeführt, die es gar nicht gibt. Für Freistadt wäre ein erster Schritt die Errichtung einer Stromtankstelle an zentraler Stelle um den schon zahlreichen Nutzern von E-Rädern und Rollern eine Möglichkeit zu bieten, die Akkus zu laden. Sinnvolle Standorte wären der Hauptplatz oder der Parkplatz alter Tennisplatz. Eine Förderung für die Anschaffung eines Fahrzeuges sollte von der Klimabündnisgemeinde Freistadt angedacht werden.

Mit Elektrorädern kann auch der Tourismus angekurbelt werden, auch in Hinsicht auf die Landesausstellung 2013. Die Beispiele in Werfenweng und Lech zeigen eine gegenseitige Befruchtung zwischen Tourismus, E-Mobilität und Image­gewinn. Diese Vision ist auch für das Mühlviertel vorstellbar.

Info

Förderungen in Oberösterreich

Landesförderung ab 1.Mai – 31.Oktober 2010
Elektrofahrräder, E-Scooter 150,- bzw.
400,- Euro bei 100% ÖKO Strom.
Motorräder 200,- bzw. 550,- Euro
Batteriebetriebene PKW 300,- bzw.
1000,- Euro. Maximal 40%.

Herbert Schaumberger ist GUT-Mandatar und Mitglied der Grünen und vertritt GUT im Verkehrsausschuss.

Projekte zum Thema Raumplanung

publiziert amFreitag, 05. Februar 2010
Autor: Oskar Stöglehner

Entwicklungskonzeptes (ÖEK) und des Flächenwidmungsplanes. Hier werden die Weichen gestellt für eine zukunftsfähige Entwicklung unserer Stadt. Zu den bisherigen Zielsetzungen einer Baulandentwicklung von innen nach außen mit verträglicher Verdichtung und einem schonenden Umgang mit Grund und Boden kommen neue Schwerpunkte wie etwa eine flächensparende Baulandentwicklung. Dazu gibt es in Freistadt höchst interessante Ansatzpunkte mit spannenden Aufgaben für Raum- und Stadtplaner (siehe Kasten!)

Eine der interessantesten Aufgaben der nächsten 3 bis 4 Jahre wird es sein, aufbauend auf dem Nachnutzungskonzept Stieranger aus dem Jahr 2007 die Detailplanung einer nachhaltigen Nutzung für die derzeit hochwertigste innerstädtische Freifläche in Verbindung mit alter Versteigerungshalle und neuer Messehalle zu entwerfen. Dieses Areal befindet sich im Besitz der Gemeinde.

Ein weiteres Zukunftsprojekt, das 2010 entwickelt wird, ist das Baulandprojekt „Generationenwohnen am Bauhofareal“. In Stadtnähe soll ein attraktiver Wohnpark für alle Generationen entstehen. Aus einer überwiegend als Lagerplatz genutzten Fläche wird hochwertiges Wohnbauland. Freilich muss für die Umsetzung der städtische Bauhof abgesiedelt, in eine Gewerbezone verlegt und wahrscheinlich deutlich verkleinert werden. Oder es gibt die Möglichkeit einer Kooperation mit ähnlichen Einrichtungen. Wenn man die Zukunft gestalten will, muss lautes Nachdenken über bisherige Tabus möglich sein.

Zwei Forschungsprojekte zur Raumplanung und nachhaltigen Energieplanung, die beim Klima- und Energiefonds eingereicht und von einer international besetzten Jury beurteilt wurden, sollen hier vorgestellt werden, weil sie einen konkreten Freistadt-Bezug haben:
PlanVision – Visionen für eine energie­optimierte Raumplanung. Wissenschaftliche Begleitung von Raumplanungsprozessen in Hinblick auf ihre Auswirkungen auf Energieoptimierung. PlanVision erforscht strukturelle Kriterien für die Siedlungs- und Infrastrukurentwicklung, die die Endverbraucher/innen in die Lage versetzen, ihren Energiebedarf zu reduzieren.

Die Fallstudie „Energetische Langzeitanalysen für Siedlungsstrukturen“ (ELAS) erforscht die Zusammenhänge zwischen Energieverbrauch, Energieversorgung und Siedlungsstrukturen. Neben dem direkten Energieverbrauch gehören dazu auch Mobilität, Energie zur Bereit­haltung von Infrastruktur und Energie für die standortbezogene Lebensweise. Freistadt wird bei Beachtung der Ziele bei der Raumplanung durch lang­fristige Energieoptimierung profitieren.

Baulandentwicklung

publiziert amFreitag, 05. Februar 2010
Autor: Oskar Stöglehner

Flächensparend Bauland zu entwickeln und mit Augenmaß zu betreiben kann allen Betroffenen und Beteiligten Vorteile bringen: Von der Verbesserung der Wohnstruktur und geringeren Infrastrukturkosten profitieren Gemeinde und Bauwerber/innen.

Ansatzpunkte in Freistadt

  • Aufwertung des Zentrums durch zeitgemäße Wohnnutzung in der Innenstadt – mit neuen Bewohner/innen kommen auch neue Geschäfte in die Stadt.
  • Flächensparende Bebauungsformen reduzieren Infrastruktur- und Anschlusskosten sowie Energiekosten.
  • Innere Verdichtung: Sanieren und Ausbauen im Bestand bringt oft mit weniger Aufwand höchsten Wohnkomfort und folgt dem Prinzip des Generationenwohnens im eigenen Haus.
  • Baulücken schließen; die Besitzer/innen erschlossener Bauparzellen zur Bebauung oder Freigabe motivieren.