Archiv für die Kategorie ‘Jugend & Sport’

Warum ich dem Skilift dann doch zugestimmt habe

publiziert am 25. Oktober 2011
Autor: Johann Moser

In der Gemeinderatssitzung vom 17.10.2011 wurden unter anderem Assistenz-Leistungen der Stadtgemeinde Freistadt für das neue Skilift-Konzept beschlossen. Die 3 Gemeinderäte von GUT haben dem Antrag – ohne Euphorie – zugestimmt. Ich erkläre meine Motive.

Die Ausgangslage

Von einem neuen Skilift-Team wurde ein neues Konzept zur Weiterführung des Freistädter Skilifts vorgelegt. Das Konzept besteht aus mehreren Teilen, der Anschaffung einer weiteren Schneekanone, um den Hang rascher und effizienter beschneien zu können, der Erweiterung der Wasserreservoirs für die Beschneiung, der Errichtung eines Skiteppichs für Kinder und der Umstellung des  Lifts auf Automatik-Betrieb.

Das Konzept wird vom Land OÖ finanziell unterstützt, der finanzielle Anteil der Gemeinde von den etwa € 150.000.- Gesamtkosten beträgt etwa  63.000.-. Der Beschluss zur Förderung wird erst mit dem Budget 2012 gefasst, diesmal gings um die Assistenz-Leistungen der Gemeinde durch den Bauhof im Ausmaß von 200h plus Geräte-Einsatz.

Die Diskussion im Gemeinderat

Dem Beschluss ist eine ausführliche Diskussion vorangegangen. Bürgermeister Jachs stellte das Konzept sehr positiv dar, seitens der SPÖ kam die Ankündigung, dass nicht alle diesem Konzept zustimmen könnten, da einige Fragen offen blieben: Gibt es ein Ausstiegsszenario, wenn das Konzept (wieder) nicht aufgeht? Wer trägt eventuelle Verluste?

Die Führung der ÖVP reagierte auf diese Skepsis mit übertriebenem Ärger und sie hätte ruhig zugeben können, dass es auch in der ÖVP-Fraktion kritische Meinungen gab. Das gab der Debatte einen unnötig emotionalen Gehalt.

Offene Fragen

Die Euphorie des Bürgermeisters teile ich nicht. Zu den bereits erwähnten Problempunkten kommen noch weitere hinzu:

  • Bisher hat es durch den Skilift mehrmals hohe Kosten für die Gemeinde gegeben: für Anschaffungen (Schneekanone) und Entschuldung.
  • Der verstärkte Energieeinsatz für Beschneiung und Flutlicht kann in Zeiten höherer Energie-Preise und beim Gedanken ans Energiesparen kritisiert werden.
  • Obwohl es derzeit nur eine Genehmigung für 2 Abende Flutlichteinsatz gibt (“Lichtverschmutzung”), ist an eine Ausweitung des Flutlicht-Betriebs gedacht.
  • Im nächsten Jahr ist an eine Ausweitung des Parkplatzes mit entsprechend hohen Kosten gedacht, obwohl raumplanerische Aspekte dagegen sprechen.

Die verlockenden positiven Aspekte

Interessant am vorgelegten Konzept ist, dass es versucht, laufende Personalkosten des Betriebs zu verringern (Automatisierung), die Möglichkeit der Beschneiung zu optimieren (schnellere Beschneiung) und das Angebot weiteren Zielgruppen zu öffnen (Schneeteppich für Anfänger/innen, spezielle Angebote für Schüler/innen und Jugendliche).

Das Abwägen der Argumente

Die Beschneiung wird ohne Chemieeinsatz vorgenommen, da einer der Grundeigentümer Biobauer ist und aus diesem Grund entsprechende Verträge mit dem Skilift-Verein hat. Wasser gibt es offenbar im Skigebiet genug.

Dem vermehrten Energieeinsatz steht gegenüber, dass weniger auf andere Skigebiete ausgewichen werden muss (Vermeidung von zusätzlichem Verkehr). Klarerweise sollten wir unseren Energieeinsatz verringern. Die Energiefrage wird letztlich aber vor allem dadurch entschieden, wie wir die eingesetzte Energie erzeugen. Diesbezüglich ist Freistadt mit den verschiedenen Energieprojekten am richtigen Weg.

Als Vater von zwei bereits erwachsenen Söhnen, die nicht mehr in Freistadt leben, habe ich den Aspekt der winterlichen Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche vernachlässigt. Gespräche mit jungen Familien konnten mich davon überzeugen, dass ein lokales Wintersportangebot insbesondere für junge Leute sinnvoll ist. Bezahlen müssen den finanziellen Einsatz der Stadtgemeinde später einmal die Kinder. Das Projekt Skilift können sie wenigstens vorher in ihrer Kindheit genießen.

Offen bleiben die klimatischen Entwicklungen in der Region (Stichwort Klimawandel). Die natürliche Schneesituation ist nicht gesichert, die Temperaturen der letzten Winter waren aber kalt genug für eine Beschneiung. Sollte in den nächsten Jahren die klimatische Situation für Beschneiung ungünstig sein, wäre die letzte Chance auf Skifahren in Freistadt wohl vorbei. Dann allerdings waren die Investitionen umsonst.

Jung, Frei, Freistädter

publiziert am 30. Juni 2010
Autor: Jakob Luimpöck

Am 26. Juni fand auf dem Areal rund um die ehemalige Versteigerungshalle der alljährliche Freistädter Jugendtag statt. „Young & Free“ lautete das Motto des Events, welches uA vom Ausschuss V (Familien, Jugend und Sport) organisiert wurde. Traumhaft schönes Wetter, coole Musik und unterhaltsame Aktivitäten sorgten für eine super Stimmung.

Um 15 Uhr startete das „Young & Free“ Jugendevent, doch schon davor konnten es einige Kinder und Jugendliche aus Freistadt nicht mehr erwarten und drehten ihre Runden auf der Gokart Bahn, welche die Hälfte des Stifterplatzes einnahm. Doch die Gokarts waren nur ein Angebot von vielen, welche der Jugendtag zu bieten hatte. Weiters im Programm: Basketballkorb, Fußball Käfig, Human Table Soccer, Skaterplatz mit neuen Geräten, Schießstand uvm. Die wahren Highlights fanden jedoch in der Versteigerungshalle statt. Die Freistädter Breakdance Clique „Flying Breakers“ zeigten eine spektakuläre Bühnenshow mit waghalsigen Moves. Danach trat „Gneila“ auf die Bühne. Trotz einigen technischen Schwierigkeiten schaffte er es das Publikum mit seinem Sommerhit „Alloa bam Fraunz“ zu begeistern.

Der diesjährige Freistädter Jugendtag war ein voller Erfolg. Er war sehr gut besucht und die Kinder und Jugendlichen nützten alle Angebote mit Begeisterung, was das Klischee entkräftet, dass unsere Generation ihre Zeit ausschließlich vor dem Fernseher oder dem PC verbringt. Erfreulich ist auch, dass der Basketballkorb sowie die neuen Geräte des Skaterplatzes zumindest für den Sommer am Areal hinter der ehemaligen Versteigerungshalle stehen bleiben dürfen.

Die Jugend denkt voraus

publiziert am 31. Mai 2010
Autor: Nikolai Moser

Unter dem Motto „Arbeit – Konsum – Mensch“ fand von 14. bis 16. Mai 2010 bereits zum dritten Mal das Windhaager Jugendsymposium statt. Über 40 Jugendliche tauschten ihre Ideen für eine nachhaltige Zukunft aus, erarbeiteten Thesen und Forderungen und diskutierten diese mit PolitikerInnen und der Windhaager Bevölkerung.

Nicht die Arbeit, nicht der Konsum, sondern der Mensch muss wieder in den Mittelpunkt gestellt werden.“, appelliert der ehemalige Windhaager Bürgermeister, Energie-Pionier und Initiator des Jugendsymposiums, Alfred Klepatsch, an das Publikum. Den jungen TeilnehmerInnen des 3. Jugendsymposiums sprach er damit aus der Seele.

In vier verschiedenen Workshops hatten sie sich ein Wochenende lang gemeinsam mit hochkarätigen ReferentInnen mit den Themen „Arbeit und Lebensglück“, „Konsum und Macht“, „Arbeit im Hamsterrad“ und „Nachhaltige Unternehmensführung“ auseinander gesetzt. Das Ziel war, über den Tellerrand zu blicken und neue Visionen zu entwickeln, aber auch konkrete Forderungen zu erarbeiten.

Um aus dem „Hamsterrad Arbeit“ auszubrechen wurde zum Beispiel eine Reduktion der Wochenarbeitszeit und ein bedingungsloses Grundeinkommen diskutiert. Die Ungleichheit der Vermögensverteilung sollte durch Vermögens- und Ökosteuern ausgeglichen werden, um gleichzeitig wichtige Investitionen in das Bildungs- und Sozialsystem, die Energiewende und die Entwicklungszusammenarbeit zu ermöglichen.

Auch an sich selbst stellten die Jugendlichen Forderungen: Das ersparte Geld nachhaltig zu veranlagen, aber auch Zivilcourage zu zeigen und sich politisch zu engagieren.

Um die Thesen und Forderungen mit den Jugendlichen zu diskutieren, kamen PolitikerInnen aller Parteien nach Windhaag. Bei manchen Themen gab es von allen Seiten Zustimmung, andere wurden von den politischen VertreterInnen mit Skepsis betrachtet. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner war mit der Forderung nach Vermögenssteuern nicht sehr glücklich, zeigte sich aber vom hohen inhaltlichen Niveau der Veranstaltung beeindruckt.

Ein bekanntes Gesicht in Windhaag ist mittlerweile Umweltlandesrat Rudi Anschober. Er war bisher bei jedem Jugendsymposium dabei und hatte auch inhaltlich einen gewissen „Heimvorteil“.

Zum Abschluss wurde die Windhaager Bevölkerung eingeladen, sich von der Arbeit der vergangenen Tage zu überzeugen. Die Thesen wurden vorgestellt, und in einem „Sinnesparcours“ konnten regionale Produkte verkostet werden.

Trotz des dichten Programms und der komplexen Inhalte war das Jugendsymposium durchwegs von positiver Energie und einem Geist der Veränderung geprägt. Mit Begeisterung und Elan gingen die TeilnehmerInnen an die Themen heran und versuchten, Denkbarrieren zu überwinden.
In Windhaag denkt die ­Jugend vor – hoffen wir, dass die Politik nachdenkt!

Nikolai Moser studiert Geschichte und Rechtswissenschaften an der Universität Wien und ist für GUT stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss.

Das Zukunftsforum Windhaag

Das Jugendsymposium des „Zukunftsforums Windhaag“ fand zum ersten Mal 2008 unter dem Motto „Energie-Klima-Kostengerechtigkeit“ statt und stieß bei allen Seiten auf begeisterte Rückmeldungen. Das Thema 2009 lautete „Wirtschaft-Ressourcen-Entwicklung“.

Hinter dem Zukunftsforum steht der Verein Energie Bezirk Freistadt, der an einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Energieversorgung für den Bezirk Freistadt arbeitet.

In den Monaten vor dem Symposium hielten die ReferentInnen des Zukunftsforums 33 Workshops zum diesjährigen Thema ab und erreichten damit ca. 600 junge Menschen.

Die GUT-Mandatare Jakob Luimpöck und Nikolai Moser waren dieses Jahr wieder dabei – natürlich nur als Jugendliche, nicht als Politiker ;-)

Informationen im Internet