Nein zu Jännerralley 2012

publiziert am 30. Dezember 2011

Fast täglich berichten uns die Medien von neuen Naturkatastrophen, gerade haben Sturm und Dauerregen im Süden der Philippinen große Überflutungen und damit viele Tote und viel Leid für die Menschen ausgelöst. Ein Jahrhunderthochwasser hatten wir in OÖ. auch schon, und fast alle merken, wie sich unser Klima jährlich verändert. In diesen Zeiten ist es einfach untragbar geworden, noch dazu in Klimabündnisgemeinden, eine Jännerralley zu veranstalten, bei der zum Zweck des Spaßes unsere Umwelt weiter belastet wird.

Viele Bewohner/innen fühlen sich von dem Lärm belästigt oder haben Angst vor den rasenden Autos. Auch entstehen den Gemeinden durch Bauhofleistungen Mehrkosten, die wir alle tragen und einige wenige profitieren auf Kosten der Allgemeinheit. Ein Segen für die Wirtschaft ist die Ralley auch nicht, es gibt Berichte von Unternehmern, dass während der Ralley Stammkunden in Geschäften ausbleiben um dem Trubel zu entfliehen.

Außerdem wollen wir den nächsten Generationen einmal sagen: Wir haben nur auf den Profit geschaut und konnten keine Rücksicht auf die Umwelt nehmen und haben sie aus Gier zerstört! Ich habe nein gesagt!

LED-Präsentation mit Dokumentarfilm

publiziert am 19. November 2011

GUT lädt ein:  So. 27. 11. um 11 Uhr, Kino Freistadt. Präsentation von LED-Leuchten und Dokumentarfilm DIE 4. REVOLUTION – ENERGY AUTONOMY. Eintritt frei!

LED

Franz Zacharias aus Windhaag präsentiert verschiedene LED-Leuchten, die eine hervorragende Alternative zu Energiesparlampen sind. Mit seinem “Lichtkoffer” kann er die Leuchtkraft und das Licht verschiedener Leuchten ganz real zeigen.

DIE 4. REVOLUTION ENERGY AUTONOMY

Der Dokumentarfilm DIE 4. REVOLUTION – ENERGY AUTONOMY steht für eine mitreißende Vision: Eine Welt-Gemeinschaft, deren Energieversorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen gespeist ist – für jeden erreichbar, bezahlbar und sauber. Eine globale Umstrukturierung, die Machtverhältnisse neu ordnet und Kapital gerechter verteilt, könnte jetzt beginnen. Wir müssen es nur tun!

Wie – das zeigt der Film anhand beispielhafter Projekte und ihrer VorkämpferInnen in zehn Ländern: Das energieeffizienteste Bürogebäude der Welt steht in Deutschland und produziert mehr Energie, als es verbraucht. Erneuerbare Energien sichern Familien in Mali und Bangladesh über hautnahe Finanzierungsmodelle die Existenz. Alternative Energiekonzepte revolutionieren die Autoindustrie und fördern neue Wege der Mobilität.

Warum ich dem Skilift dann doch zugestimmt habe

publiziert am 25. Oktober 2011
Autor: Johann Moser

In der Gemeinderatssitzung vom 17.10.2011 wurden unter anderem Assistenz-Leistungen der Stadtgemeinde Freistadt für das neue Skilift-Konzept beschlossen. Die 3 Gemeinderäte von GUT haben dem Antrag – ohne Euphorie – zugestimmt. Ich erkläre meine Motive.

Die Ausgangslage

Von einem neuen Skilift-Team wurde ein neues Konzept zur Weiterführung des Freistädter Skilifts vorgelegt. Das Konzept besteht aus mehreren Teilen, der Anschaffung einer weiteren Schneekanone, um den Hang rascher und effizienter beschneien zu können, der Erweiterung der Wasserreservoirs für die Beschneiung, der Errichtung eines Skiteppichs für Kinder und der Umstellung des  Lifts auf Automatik-Betrieb.

Das Konzept wird vom Land OÖ finanziell unterstützt, der finanzielle Anteil der Gemeinde von den etwa € 150.000.- Gesamtkosten beträgt etwa  63.000.-. Der Beschluss zur Förderung wird erst mit dem Budget 2012 gefasst, diesmal gings um die Assistenz-Leistungen der Gemeinde durch den Bauhof im Ausmaß von 200h plus Geräte-Einsatz.

Die Diskussion im Gemeinderat

Dem Beschluss ist eine ausführliche Diskussion vorangegangen. Bürgermeister Jachs stellte das Konzept sehr positiv dar, seitens der SPÖ kam die Ankündigung, dass nicht alle diesem Konzept zustimmen könnten, da einige Fragen offen blieben: Gibt es ein Ausstiegsszenario, wenn das Konzept (wieder) nicht aufgeht? Wer trägt eventuelle Verluste?

Die Führung der ÖVP reagierte auf diese Skepsis mit übertriebenem Ärger und sie hätte ruhig zugeben können, dass es auch in der ÖVP-Fraktion kritische Meinungen gab. Das gab der Debatte einen unnötig emotionalen Gehalt.

Offene Fragen

Die Euphorie des Bürgermeisters teile ich nicht. Zu den bereits erwähnten Problempunkten kommen noch weitere hinzu:

  • Bisher hat es durch den Skilift mehrmals hohe Kosten für die Gemeinde gegeben: für Anschaffungen (Schneekanone) und Entschuldung.
  • Der verstärkte Energieeinsatz für Beschneiung und Flutlicht kann in Zeiten höherer Energie-Preise und beim Gedanken ans Energiesparen kritisiert werden.
  • Obwohl es derzeit nur eine Genehmigung für 2 Abende Flutlichteinsatz gibt (“Lichtverschmutzung”), ist an eine Ausweitung des Flutlicht-Betriebs gedacht.
  • Im nächsten Jahr ist an eine Ausweitung des Parkplatzes mit entsprechend hohen Kosten gedacht, obwohl raumplanerische Aspekte dagegen sprechen.

Die verlockenden positiven Aspekte

Interessant am vorgelegten Konzept ist, dass es versucht, laufende Personalkosten des Betriebs zu verringern (Automatisierung), die Möglichkeit der Beschneiung zu optimieren (schnellere Beschneiung) und das Angebot weiteren Zielgruppen zu öffnen (Schneeteppich für Anfänger/innen, spezielle Angebote für Schüler/innen und Jugendliche).

Das Abwägen der Argumente

Die Beschneiung wird ohne Chemieeinsatz vorgenommen, da einer der Grundeigentümer Biobauer ist und aus diesem Grund entsprechende Verträge mit dem Skilift-Verein hat. Wasser gibt es offenbar im Skigebiet genug.

Dem vermehrten Energieeinsatz steht gegenüber, dass weniger auf andere Skigebiete ausgewichen werden muss (Vermeidung von zusätzlichem Verkehr). Klarerweise sollten wir unseren Energieeinsatz verringern. Die Energiefrage wird letztlich aber vor allem dadurch entschieden, wie wir die eingesetzte Energie erzeugen. Diesbezüglich ist Freistadt mit den verschiedenen Energieprojekten am richtigen Weg.

Als Vater von zwei bereits erwachsenen Söhnen, die nicht mehr in Freistadt leben, habe ich den Aspekt der winterlichen Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche vernachlässigt. Gespräche mit jungen Familien konnten mich davon überzeugen, dass ein lokales Wintersportangebot insbesondere für junge Leute sinnvoll ist. Bezahlen müssen den finanziellen Einsatz der Stadtgemeinde später einmal die Kinder. Das Projekt Skilift können sie wenigstens vorher in ihrer Kindheit genießen.

Offen bleiben die klimatischen Entwicklungen in der Region (Stichwort Klimawandel). Die natürliche Schneesituation ist nicht gesichert, die Temperaturen der letzten Winter waren aber kalt genug für eine Beschneiung. Sollte in den nächsten Jahren die klimatische Situation für Beschneiung ungünstig sein, wäre die letzte Chance auf Skifahren in Freistadt wohl vorbei. Dann allerdings waren die Investitionen umsonst.